Der Schatten von Thot

Rezension: "Der Schatten von Thot"
Rezensentin: A. Lehmann

Michael Peinkofer: Der Schatten von Thot


Zum Buch:
"Der Schatten von Thot" von Michael Peinkofer erschien erstmals 2006 beim Club Bertelsmann in gebundener Ausgabe. Mittlerweile ist er jedoch nur noch als Taschenbuch beim Lübbe-Verlag erhältlich. Dort umfasst er 450 Seiten und kostet derzeit 8,95 Euro. Protagonistin ist die Archäologin Sarah Kincaid, um die sich noch weitere Romane Peinkofers drehen: "Die Flamme von Pharos", "Am Ufer des Styx" und "Das Licht von Shambala".

Zum Inhalt:
Der Roman spielt in London zum Ende des 19. Jahrhunderts. In White Chapel wird die Leiche einer Prostituierten gefunden. Niemand Anderes als der Neffe der Königin wird verdächtigt, hinter der grausamen Tat zu stecken. Als man die Privaträume des Mannes untersucht, tauchen zahlreiche ägyptische Relikte auf.

Daraufhin überzeugt Mortimer Laydon seine Nichte, die junge Archäologin Sarah Kincaid, nach London zu kommen, um Scotland Yard bei den Ermittlungen zu unterstützen. Sie ist eine Expertin auf dem Gebiet der Ägyptologie. Bald kommt Kincaid einer geheimen Gesellschaft und einer unglaublichen Verschwörung auf die Schliche. Ihre Nachforschungen führen Kincaid schließlich ins alte Ägypten, ein Land, das sie gemieden hat, seit ihr Vater damals hier den Tod gefunden hat. Doch wenn sie das Geheimnis lüften will, bleibt Kincaid keine andere Wahl, als ihrer Vergangenheit die Stirn zu bieten.

Zu Beginn tut sich der Roman noch etwas schwer. Viele verschiedene Personen und Institutionen werden vorgestellt, der Leser erstmal mit einem Haufen von Informationen überrumpelt. Erst nach einigen Kapiteln gewinnt die Geschichte dann an Fahrt, als es Laydon gelingt, Kincaid zu überzeugen, dass sie mit ihm nach London kommen soll. Schon sind die beiden in einen brutalen Mordfall verstrickt und kommen dem Geheimnis einer ominösen Gesellschaft auf die Spur. Die Indizien deuten schließlich auf das Land der Pharaonen hin und Kincaid bleibt nichts anderes übrig, als sich mit ihren Begleitern auf den Weg nach Afrika zu machen, wenn sie das Geheimnis lösen will.

Die Figuren sind allesamt gut gelungen. Sarah ist eine ungewöhnliche, eigensinnige Frau, die es gar nicht einsieht, sich in einer Welt, in der Männer das Sagen haben, unterzuordnen. Durch ihr enormes Wissen als Archäologin und ihr Selbstbewusstsein gelingt es ihr, sich in dieser Welt zu behaupten. Obwohl sie und die anderen Charaktere manchmal fast ein wenig stereotyp wirken, ist das meiner Meinung nach kein Nachteil für die Geschichte. Tatsächlich macht es Spaß zu lesen, wie die extremsten Gegensätze aufeinanderstoßen, vereint in einer einsamen, kleinen Gruppe von Engländern mitten in Ägypten. Immer wieder kommt es zu Wortgefechten unter den einzelnen Figuren, die die Geschichte ein wenig auflockern, die doch sehr mit historischen Fakten angefüllt ist. Obwohl es dem Autor gelingt, diese in der Geschichte zu verpacken, sind es doch massig Informationen, die da auf einen einprasseln.

Leider merkt man am Ende schon, dass die Geschichte um Sarah Kincaid und ihre Begleiter auf mehrere Bände ausgelegt ist, denn nicht alle losen Fäden werden am Ende verknüpft. Manche Geheimnisse bleiben bis zum Schluss im Dunkeln. So erfährt der Leser in diesem Band beispielsweise kaum etwas über Kincaids verstorbenen Vater, auf den immer wieder angespielt wird.

Fazit: Insgesamt ein sehr stimmiges Werk aus guten Charakteren, einer Fülle an interessanten Informationen und einer spannenden Handlung. Obwohl am Schluss noch das eine oder andere Geheimnis ungelüftet bleibt, oder gerade deshalb, macht die Geschichte definitiv Lust auf mehr.




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