Das Geheimnis von Bahnsteig 13

Rezension: "Das Geheimnis von Bahnsteig 13"
Rezensentin: A. Lehmann

Eva Ibbotson: Das Geheimnis von Bahnsteig 13


Zum Buch:
"Das Geheimnis von Bahnsteig 13" von Eva Ibbotson erschien erstmals im Jahr 1999 in gebundener Fassung beim Dressler-Verlag. Das Taschenbuch ist seit 2002 beim dtv junior-Verlag mit einem Umfang von 224 Seiten für 6, 95 Euro erhältlich. Außerdem gibt es ein Hörbuch für 12,95 Euro beim Hörverlag.

Zum Inhalt:
Der Gügel ist ein kleiner, grasbedeckter Hügel, in dem sich eine verborgene Tür befindet. Diese öffnet sich alle neun Jahre für genau neun Tage und stellt eine Verbindung zwischen unserem London und einer anderen, magischen Welt her - der Insel der fallenden Nebel. Als der Gügel das letzte Mal geöffnet war, haben die drei Kinderschwestern des Prinzen der Insel einen Ausflug in unsere Welt unternommen - und den Königssohn kurzerhand mitgenommen. Aber dann wurde der Prinz entführt und die Kinderschwestern mussten ohne ihn zurückkehren.

Doch nun ist es wieder soweit. Wieder wird sich der Gügel für exakt neun Tage öffnen. Das Königspaar setzt alles daran, den Sohn zurückzukommen. So ziehen ein alter Zauberer, eine Fee, eine junge Hexe und ein einäugiger Riese gemeinsam los, um in nur neun Tagen den verlorenen Prinzen aufzuspüren und ihn sicher wieder nach Hause zu bringen.

"Das Geheimnis von Bahnsteig 13" wird vom Hersteller für ein Alter von acht bis zehn Jahren empfohlen, ist aber meiner Meinung nach durchaus bis zwölf Jahre zu empfehlen, denn mit einem Umfang von 224 Seiten und der nicht eben großen Druckschrift ist das Buch zum Selberlesen doch etwas anspruchsvoller. Auch die Geschichte ist für ältere Leser noch genauso interessant.

Sie überzeugt besonders durch die vielen skurrilen Einfälle und Charaktere. Schon das schräge Team, das von der Insel der fallenden Nebel loszieht, um den verlorenen Prinzen zurückzuholen ist sehr einfallsreich. Doch auch die anderen Gestalten auf der magischen Insel sowie die Figuren aus unserem London sind ziemlich ungewöhnlich und sorgen so für eine unterhaltsame, lustige Geschichte.

Dabei baut sich eine kontinuierliche Spannung auf. Die Autorin verliert sich nicht in irgendwelchen Beschreibungen, sondern schildert in einem altersgerechten Tempo, ohne dass die Handlung zu kindlich ausfällt. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Eigenheiten der Figuren und auf der Magie der Insel der fallenden Nebel. Umständliche oder überflüssige Anmerkungen sind kaum zu finden. Was erzählt wird, ist auch immer entscheidend für den Fortgang der Geschichte. Die Sprache ist einfach, aber nicht plump, was das Buch auch zum Selberlesen für Zehn- bis Zwölfjährige geeignet macht. Doch auch zum Vorlesen ist die Geschichte wunderschön. Die Autorin kommt völlig ohne komplizierte Fremdwörter oder umständliche Satzgebilde aus. Stattdessen kennzeichnet ein flüssiger Schreibstil den Roman, durch den man beim Lesen nicht ins Stocken gerät.

Fazit: "Das Geheimnis von Bahnsteig 13" ist ein herausragendes Kinderbuch. Es erzählt eine sehr schöne, witzige Geschichte voller Magie mit zahlreichen schrägen, aber liebenswürdigen Figuren.




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