Libri Mortis 01 - Flüsternde Schatten

Rezension: "Flüsternde Schatten"
Rezensentin: A. Lehmann

Peter Schwindt: Flüsternde Schatten


Zum Buch:
"Flüsternde Schatten" ist der erste Band der "Libri Mortis"-Trilogie von Peter Schwindt. Der Roman erschien erstmals im Juni 2006 in gebundener Ausgabe beim Loewe-Verlag für 16,90 Euro. 2009 veröffentlichte der Heyne-Verlag eine Taschenbuchausgabe für 8,95 Euro. Ein Jahr später legte cbj mit einem Taschenbuch für 8,99 Euro nach. Je nach Ausgabe umfasst der Roman ungefähr 400 Seiten. Die beiden Folgebände "Schlaflose Stimmen" und "Lauernde Stille" sind bis jetzt nur in gebundener Ausgabe erhältlich.

Zum Inhalt:
Eigentlich hätte sich Rosalie auf ihren sechzehnten Geburtstag freuen sollen. Doch das Wissen um den anstehenden Besuch bei ihrer Mutter, die seit sechzehn Jahren im Koma liegt, ist schon Grund genug, dass Rosalie dem Tag mit Grauen entgegensieht. Dazu kommt die ständige Streiterei zwischen ihren Vater und ihrer Großmutter, ob sie die Geräte abschalten sollen oder nicht. Doch dieser Geburtstag soll noch viel schlimmer werden, als Rosalie erwartet hat.

Es beginnt damit, dass dieser Mann sie beobachtet, den niemand außer ihr zu sehen scheint. Dann hört sie in der Nacht plötzlich unheimliche Stimmen. Rosalie hat keine Wahl. Wenn sie dem Geheimnis auf die Spur kommen will, muss sie den Stimmen folgen, hinunter, in die finsteren Katakomben unter den Straßen von Paris. Dass "Flüsternde Schatten" ein ziemlich düsterer Roman ist, geht eigentlich schon aus dem Cover und dem Klappentext hervor. Dennoch habe ich nicht erwartet, dass der Roman eine so finstere und depressive Stimmung vermittelt. Ich muss zugeben, dass ich am Ende des Buchs richtiggehend niedergeschlagen war, so intensiv hat der Autor Rosalies Stimmung beschrieben. Das hat mich aber nicht da von abgehalten, gleich auch die anderen beiden Bände zu lesen, denn der Roman ist einfach genial.

Die Handlung beginnt sehr zügig und lässt nicht erst lange auf sich warten. Schnell steigt Rosalie in die unheimlichen Katakomben hinab. Am besten liest man das Buch nachts. Obwohl eigentlich nichts passiert, läuft einem wirklich ein Schauer über den Rücken, wenn Rosalie wieder irgendwelche Stimmen hört oder sich beobachtet fühlt. Was im Prinzip eher harmlos klingt, verursacht durch die Schreibweise des Autors eine dauerhafte Gänsehaut. Dabei passiert nichts wirklich Schreckliches. Es ist einfach die ständige Ahnung, dass gleich etwas passieren könnte, die einen die Fingernägel herunterkauen lässt.

Auch die Figuren sind gut ausgearbeitet. Gerade weil es nur ein paar Charaktere gibt, kann sich sowohl der Autor als auch der Leser ganz auf Rosalie und die wenigen anderen Personen konzentrieren. Dabei lernt man vor allem Rosalie, aus deren Perspektive man das Geschehen erlebt, sehr gut kennen, besser als die meisten Protagonisten anderer Bücher. Doch auch die anderen Figuren werden einem schnell nahegebracht.

Fazit: "Flüsternde Schatten" sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, egal, welche Genres man sonst bevorzugt. Dieser Roman ist für Thriller-, Fantasy-, Mystery-, Horror- und Allesleser gleichermaßen eine Freude. Nur unter vierzehn Jahren würde ich ihn nicht empfehlen, denn die düstere Stimmung geht mitunter schon an die Substanz. Danach braucht man jedenfalls erst einmal etwas Lustiges. Das hat mich aber nicht daran gehindert, die Trilogie schon kurze Zeit später nochmal zu lesen.




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