Der zweite Schöpfer

Rezension: "Der zweite Schöpfer"
Rezensentin: A. Lehmann

Michael Marshall Smith: Der zweite Schöpfer


Zum Buch:
"Der zweite Schöpfer" erschien erstmals 2006 in gebundener Ausgabe beim Droemer-Knaur-Verlag. Mittlerweile ist nur noch das 2007 erschienene Taschenbuch bei demselben Verlag erhältlich. Es umfasst 432 Seiten und kostet derzeit 7,95 Euro.

Zum Inhalt:
In einem Schnellimbiss werden fast siebzig Menschen brutal ermordert.

Rund zehn Jahre später: CIA-Agent Ward Hopkins hat gerade seine Eltern verloren. Auf der Beerdigung berichtet ihm der Familienanwalt, dass Ward nicht nur das Haus der Eltern sondern auch das Geld erbt, das der Verkauf von der Firma seines Vaters einbringt. Als Ward das Haus, in dem er seit Jahren nicht mehr gewesen ist, genauer unter die Lupe nimmt, findet er eine rätselhafte Botschaft - "Wir sind nicht tot" - und ein sonderbares Video. Zusammen mit seinem Arbeitskollegen Bobby versucht Ward, das Geheimnis zu lüften, und stößt dabei auf die Spuren einer mysteriösen Gemeinschaft, den "Straw Men".

Gleichzeitig ermittelt die FBI-Agentin Nina Bayram gemeinsam mit ihrem Ex-Liebhaber John Zandt in einem Entführungsfall. Die scheinbar unabhängigen Fälle führen die vier Menschen schließlich zusammen, als sie feststellen, dass sie offenbar alle hinter derselben Organisation her sind.

"Der zweite Schöpfer" ist zu Beginn ein wenig verwirrend, da drei Handlungen, das Massaker in dem Schnellimbiss, Wards Schnitzeljagd und Bayrams Ermittlungen, vorgestellt werden, ohne das zunächst ein Zusammenhang erkennbar ist. Nachdem das Massaker erst einmal eine abgeschlossene Sache darstellt, verlaufen die beiden anderen Handlungsstränge nun parallel. Beide für sich bauen zügig Spannung auf, sodass man als Leser immer enttäuscht ist, wenn wieder ein Sprung von der einen Handlung zur anderen stattfindet, weil man unbedingt wissen möchte, wie es mit der aktuellen Handlung gerade weiter geht.

Die flüssige Schreibweise des Autors und die interessanten Ausführen sorgen dafür, dass man das Buch trotz der eng bedruckten Seiten schnell durchgelesen hat. So verliert sich der Autor nicht wie einige Kollegen in umfassendem Geschwafel, sondern schildert interessante Personen, Kulissen, Handlungen, Gedanken und Gefühle, immer wieder untermalt mit unterhaltsamen Anekdoten, die die Geschichte nicht ins Stocken geraten lassen, sondern sie erst recht lesenswert machen.

Über die gesamte Handlung spannt sich so ein kontinuierlicher Spannungsbogen, der am Ende in einem fulminanten Finale gipfelt, das ohne Abänderungen verfilmt werden könnte, so rasant und actiongeladen ist es. Die einzelnen Handlungsstränge und die vielen Geheimnisse, die im Laufe der Geschichte entstehen, laufen hier endlich zusammen und offenbaren dem Leser ein überraschendes Gesamtergebnis.

Fazit: "Der zweite Schöpfer" ist nicht umsonst ein Bestseller geworden. Auch wenn es am Anfang ein wenig verwirrend ist, dass mehrere Handlungen nebeneinander laufen, zwischen denen zunächst kein Zusammenhang besteht, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen, wenn man sich erst einmal eingelesen hat. Spannung pur!




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